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Ausbildungsumlage: Eine ernsthafte Debatte ist längst überfällig

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In der aktuellen Diskussion um die Ausbildungssituation in
Ostwestfalen-Lippe unterstützen die Jusos Ostwestfalen-Lippe die Idee
einer branchen- und kammerbezogenen Ausbildungsumlage. Nach
Erkenntnissen des DGB haben in Ostwestfalen-Lippe 2858 Jugendliche im
aktuellen Ausbildungsjahr keinen Ausbildungsplatz gefunden.
Gleichzeitig sei bei vielen Unternehmen die Sorge zu beobachten, in
Zukunft nicht genügend Fachkräfte zu finden. Ein Problem sei, dass
lediglich 23% der Betriebe in der Region ausbildeten, obwohl mehr als
die Hälfte ausbilden könnte.

„Eine Umlage würde Anreize für die Betriebe schaffen, mehr auszubilden.
Das wäre zum einen eine Hilfe für die jungen  Menschen, die keinen
Ausbildungsplatz finden. Zum anderen wäre es auch eine Unterstützung
für die Unternehmen, die selbst ausbilden“, so der
Juso-Regionalvorsitzende Micha Heitkamp.

Eine Ausbildungsumlage auf Landesebene sei nach einem vom DGB NRW in
Auftrag gegeben Gutachten rechtlich möglich und in der Lage, deutlich
mehr Ausbildungsplätze in Nordrhein-Westfalen zu schaffen. Gute
Erfahrungen gebe es bereits in der Altenpflege und im Bauhauptgewerbe.

Grundlage für die Diskussion ist ein Beschluss, den die
Regionalkonferenz der OWL-SPD im November auf Antrag der Jusos und des
SPD-Regionalvorstandes gefasst hatte. Die SPD fordert darin die
Einführung einer  branchen- und kammerbezogenen Ausbildungsumlage.

Die Jusos fordern die Kammern dazu auf, ernsthaft über diesen Vorschlag
zu beraten. „Es ist wenig hilfreich, wenn beispielsweise die IHK
Minden-Lübbecke in einem offenen Brief an die Kommunen ideologische
neoliberale Privatisierungsvorschläge macht, den eigenen Aufgaben auf
dem Ausbildungsmarkt aber nicht nachkommt“, so Micha Heitkamp. Die
schlechte Lage auf dem Ausbildungsmarkt hemme die Wirtschaft und biete
jungen Menschen in der Region immer weniger Perspektiven. Deshalb sei
eine ernsthaft geführte Debatte über eine Ausbildungsumlage längst
überfällig.

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