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„Jugendarbeitslosigkeit, Ausbildung, Zukunftsperspektiven im Kreis Herford“

Teilnehmer des Projektes „5 unter 25“ diskutieren mit Gewerkschaftlern

Die TeilnehmerInnen vom Projekt „5 unter 25“ diskutierten mit Gewerkschaften und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze. v.l.: Tommaso Putignano, Laura Braun, Jan-Philipp Schnier, Vanessa Pohl, Sven Kalinowski (Jugendsekretär ver.di), Judith Fleer, Jost Heller, Hermann Janßen (Geschäftsführer ver.di), Irmgard Pehle (DGB), Stefan Schwartze (Bundestagsabgeordneter), Peter Kleint (1. Bevollmächtigter IG Metall).
Die TeilnehmerInnen vom Projekt „5 unter 25“ diskutierten mit Gewerkschaften und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze.
v.l.: Tommaso Putignano, Laura Braun, Jan-Philipp Schnier, Vanessa Pohl, Sven Kalinowski (Jugendsekretär ver.di), Judith Fleer, Jost Heller, Hermann Janßen (Geschäftsführer ver.di), Irmgard Pehle (DGB), Stefan Schwartze (Bundestagsabgeordneter), Peter Kleint (1. Bevollmächtigter IG Metall).

Trotz Sommerferien und bestem Freibadwetter kamen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des SPD-Projektes „5 unter 25“ zusammen, um mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften und dem heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Schwartze zusammen über Jugendarbeitslosigkeit und Ausbildung im Kreis Herford und die Aufgaben der Gewerkschaften zu diskutieren.

Irmgard Pehle vom Deutschen Gewerkschaftsbund wollte wissen wer von den jungen Teilnehmern im Alter zwischen 14 und 25 Jahren schon einmal mit Gewerkschaften zu tun gehabt hat? Im Laufe des Abends wurde deutlich: „Mein Großvater hat sich ehrenamtlich in Gewerkschaften in Dortmund engagiert“, so der 23-jährige Jost Heller. „Aber ich selber habe auch schon mal bei einem Streik in meiner Firma die Unterstützung durch die Gewerkschaften wahrgenommen“, so Heller weiter.

Die größten Problemfelder für die Gewerkschaften seien die neuen Arbeitsverhältnisse durch Leiharbeit und Werkverträge. „Für die Gewerkschaft ver.di ist der Kampf gegen die Auswüchse des Teilzeit- und Befristungsgesetzes sowie den Wildwuchs der Leiharbeits- und Werkvertragsarbeitsverhältnisse ein wichtiges Mittel für tarifgerechte Arbeits- und Entlohnungsbedingungen; dringend erforderlich sind auch gesetzliche Mindestlöhne in Branchen, die sich einer tariflichen Regelung bislang entziehen“, so Hermann Janßen, Ver.di. Der Bundestagsabgeordnete Stefan Schwartze sieht hier deutlichen Handlungsbedarf: „Besonders bei diesen Themen finden wir wieder zusammen. Mindestlohn und gleicher Lohn für gleiche Arbeit sind dabei nur einige Punkte.“

Besonders wichtig waren für die Jugendlichen auch die eigenen Perspektiven im Kreis Herford. „Jugendliche haben immer mehr Angst, nach der Ausbildung arbeitslos zu werden oder gar keine Berufsperspektive nach dem Schulabschluss zu haben“, so die 15-jährige Judith Fleer. Der Kreis Herford steht im Ranking der Arbeitsamtsbezirke bei der Jugendarbeitslosigkeit auf dem letzten Platz in ganz Deutschland. „Derzeit kommen in Kreis Herford zwei Bewerber auf einen Ausbildungsplatz“, so Irmgard Pehle, DGB. „Hier muss sich was verbessern. Jugendliche müssen eine berufliche Perspektive bekommen. Und diese Perspektiven müssen auch eine tariflich Bezahlung  beinhalten“, so Peter Kleint, IG Metall.

Als ein weiterer wunder Punkt in der Diskussion stellte sich das Thema „Praktikum und Trainee-Programme“ heraus. „Auch im Kreis Herford zeigt sich die Situation, dass Praktika vielfach nur schlecht oder gar nicht entlohnt werden und Praktikanten und Trainees als fast vollwertige Arbeitnehmer eingesetzt werden“, so der 17-jährige Tommaso Putignano. „Gegen die Ausbeutung von Praktikanten sieht die SPD eine Mindestvergütung von Praktika und eine Maximaldauer vor,“ erläutert Stefan Schwartze den Handlungsbedarf. „Ebenso soll es verpflichtende Praktikantenverträge geben, in denen analog zu Ausbildungsverträgen Lerninhalte festgelegt werden“, so Stefan Schwartze weiter.

Irmgard Pehle, DGB zieht zum Abschluss ein positives Fazit: „Der Dialog gerade mit jungen Menschen ist besonders wichtig für die Gewerkschaften. Viel mehr junge ArbeitnehmerInnen müssten sich in Gewerkschaften organisieren.“ Der erste Kontakt zu den TeilnehmerInnen vom Projekt „5 unter 25“ ist schon einmal hergestellt.

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